Lambrusco Reloaded. Italiens ältester Export überrascht alle…

Als ich einen Anruf bekam und gebeten wurde, ein Event für Lambrusco zu organisieren, hatte ich, ich gestehe, gemischte Gefühle. Die Lambrusco-Exporte damals in den 70ern haben seinem Ruf schwer zugesetzt. Süß, perlend und generell wie Limo, war er oft der erste Wein, an dem Leute sich im Teenageralter betranken und der letzte, den sie als Erwachsene kaufen wollten.

Aber das ist lange her und die Welt – der Lambrusco inbegriffen – hat sich weitergedreht. Seit ich begann, mit dem Consorzio Italia del Vino zu arbeiten, hatte ich die Gelegenheit, die Weine von Medici Ermete kennenzulernen. Als Pioniere des Lambrusco waren sie die ersten, denen der begehrte Tre Bicchieri-Status von Gambero Rosso , einer der am meisten geschätzten Weinführer weltweit, verliehen wurde – eine Auszeichnung, die sie nun schon acht Jahre in Folge erhalten haben. Ich hatte Gruppen aus Presseleuten und Sommeliers mitgenommen, um ihre Keller zu besuchen und ihre unvergleichliche Gastfreundschaft zu genießen, so dass ich wusste, dass sie gut waren. Mir war nur nicht bewusst gewesen, wie gut auch die Weine andere Produzenten waren.

Die Mission, so wie ich sie sah, war es, die Sicht auf diese Weine zu ändern, von denen die Leute dachten, sie kennen sie, und der Plan war, die Facetten dieses bemerkenswert vielseitigen Weines durch eine Meisterklasse zu enthüllen, die von einem Experten gehalten werden sollte, sowie durch ein Event, das zu den überragenden Qualitäten von Lambrusco in Kombination mit Speisen passte. Von Kaugummipink über leuchtend himbeerfarben bis nahezu lila – Lambrusco lässt sich von knochentrocken bis deliziös süß machen, aber die meisten Leute kennen nur die süße Version und nur wenige kaufen ihn regelmäßig. Perfekt zu Fleisch- und Wurst-Delikatessen, Pasta, Risotto, Käse und sogar Kuchen, ist Lambrusco der ultimative Publikumsliebling. Mit seinem geringen Alkoholgehalt ist er auch das perfekte gesellschaftliche Schmiermittel, und ich wollte ein Event, welches das wiederspiegelte.

Vor Jahren hatte ich einen Ort besucht, für den ich nie das richtige Event hatte. Seine Zeit war gekommen: großer lichter Raum, offene Küche und ein gemütliches Séparée mit Zugang zu einer Terrasse, alles mit einem heimeligen aber hippen Flair – einfach perfekt für Lambrusco. Nun zu den Experten. Während Jossi Loibl, Chefredakteur von DelicatEssen, Münchens ultimativem jährlichen Guide für seine epikureischen Einwohner, sofort mit an Bord war und seinen Enthusiasmus für eines von Italiens bekanntesten Getränken erklärte, war Andrea Vestri, der die professionelle Meisterklasse leiten würde, schwieriger zu überzeugen. In Italien geboren, aber dennoch ein leidenschaftlicher Liebhaber französischer Weine, war sein geheimes Geständnis „Aber ich mag Lambrusco nicht“.  Vielleicht. Aber ich mag Herausforderungen.

An dem Abend, an dem ich mit Andrea und Sabrina, einer Sommelière aus der Emilia Romagna, die vor Enthusiasmus und Hintergrundwissen über die Weine ihrer Region überschäumte, zusammensaß, wurden uns die Augen geöffnet. Wein nach Wein ließ uns nach Deskriptoren graben. Komplexer, als die Nase zuerst denkt, ließen uns diese Weine wünschen, wir könnten die Flasche austrinken, es kam keine Langweile bei unseren Gaumen auf. Der Überraschteste in unserem Trio war natürlich Andrea. Er wurde zum Bekehrten. Dies war auch eine der Geschichten, die er – mit deutlich italienischem Humor und Gestik – am Tag des Events erzählen würde.

So kam der Tag, zuerst für die Profis und dann für die Konsumenten – Wein um Wein öffnete Augen und überraschte Gaumen. Nach der Meisterklasse zu dem ‚Wo und Wie‘ diese Weine produziert wurden, war es an der Zeit, in die Küche zu schlendern, zwei weitere Dutzend Weine von zehn Herstellern zu verkosten und dann etwas von der authentischen Küche der Emilia Romagna zu genießen, von einem meiner italienischen Lieblingsrestaurants in der Stadt zubereitet.  Wein, Essen und Freunde: genau dort findet der Lambrusco seinen perfekten Platz. Als die Leute gingen, war das Wort auf ihren Lippen “Überraschung”. In einem Kalender von Events, die sich auf neuere Veröffentlichungen von Weinen fokussiert, die wohlbekannt sind, hatten wir es geschafft, etwas auf die Beine zu stellen, das anders war, ein Produkt mit seiner perfekte Umgebung eingefasst und die Menschen an die Einzigartigkeit von Italiens erstem und am meisten exportierten Wein erinnert.

Da ich viele der Weine ja bereits vor dem Event verkostet hatte, muss ich sagen, dass die größte Überraschung für mich der unerwartete Gast, Petra* die Bulldogge war. Als sie und ihr Eigentümer jedoch gingen, warfen sie mir eine Visitenkarte zu und ein “sagen Sie dem Produzenten, er soll mich anrufen – ich will diesen Wein jetzt auf meiner Liste!“ Nun, wenn das kein perfektes Resultat ist.

Das Event Lambrusco Reloaded wurde am 6. Juni 2018 in Zusammenarbeit mit Fruitecom für das Consorzio Lambrusco organisiert.

 

*Name könnte zum Schutz der Privatsphäre geändert worden sein

Wein macht einen Unterschied – Events, die etwas verändern

Könnte es einen besseren Weg geben, eine gute Tat zu tun, als durch ein Glas Wein? Ich glaube nicht, und ich bin sicher, dass viele mir beipflichten würden, dass es nach einer sehr viel angenehmeren Alternative klingt, als in einem dummen Anzug einen Marathon zu laufen.

Im vergangenen Dezember nahm ich an einer Gruppe für Unternehmer zum Thema Philanthropie teil, und es ging um die Frage ‚Wie können wir durch unsere Geschäftstätigkeit der Gesellschaft etwas zurückgeben?‘ Ein paar Monate zuvor hatte ich eine Weinparty für Freunde organisiert, die nicht an einem meiner Events hatten teilnehmen können und dafür die übriggebliebenen Flaschen der Hersteller verwendet. Ich hatte über ein Dutzend Flaschen aufgereiht, ein wenig zu essen bereitgestellt um uns nüchtern zu halten, und erzählte ihnen, was wir jeweils tranken. Am Ende des Abends gingen alle nach Hause, gesättigt, glücklich und mit ein wenig mehr Wissen über Wein – ohne einen Cent ausgegeben zu haben. Das brachte mich zum Nachdenken. Ein Abend mit Speis und Trank in der Gesellschaft gleichgesinnter Menschen ist etwas, wofür Menschen durchaus auch gerne etwas zahlen – weshalb also nicht diese Events nutzen, um etwas Gutes zu tun?

Etwa zur selben Zeit las ich einen Post in Carrie Fosters Facebook-Gruppe. Sie erzählte die tragische Geschichte, wie bei ihrer Tochter eine seltene, lebensbedrohliche Krankheit diagnostiziert wurde, etwa um die Zeit herum, als meine eigene Tochter zur Welt kam. Sie bat die Leser keine Tränen zu vergießen (eine Bitte, der man unmöglich nachkommen konnte) und schrieb darüber, wie sie organisierte, um den Familien, die den Tag auf der Palliativstation von Münchens größten Krankenhäusern verbringen würden, Weihnachtsfreude zu bereiten, und wie sie plante, Events zu organisieren, um den Familien dieser Kinder zu helfen. Ich schrieb Ihr ein paar Zeilen, wir trafen uns, und sie erzählte mir von der Erfahrung ihrer Familie beim Umgang mit der Krankheit ihrer Tochter und den damit zusammenhängenden Bedürfnissen. Ihre Stärke und Willenskraft, etwas für Familien in ähnlicher Situation wie der ihren zu tun, rissen mich vom Hocker und wir begannen, darüber zu reden, was wir gemeinsam tun könnten.

Mit ihrer neu etablierte Wohltätigkeitsorganisation, The Sticky Fingers Family Association (was sich mit ‘Familienvereinigung Klebrige Finger e.V.’ übersetzen ließe), arbeitet sie daran, Aktivitäten zu schaffen, welche Beziehungen zwischen betroffenen Familien fördern, so dass sie sich auf dieser Reise gegenseitig helfen und unterstützen können. Es existieren schon viele Organisationen, die beim Bereitstellen von Mitteln für Forschungen für die Heilung dieser Krankheiten helfen oder dabei, Kindern unvergessliche Ausflüge zu ermöglichen, aber keine, welche die Familien unterstützen, die während ihrer Krankheit an deren Seite stehen. Ihre geplanten Aktivitäten sind unter anderem lustige Tage draußen mit den Kindern, Events für die Eltern, um ihnen ein wenig kostbare Ich-Zeit zu verschaffen (beinahe unmöglich sogar mit Kindern, die nicht rund um die Uhr betreut werden müssen, ich weiß!) und informative Workshops zu Aspekten, welche die Lebensqualität dieser Kinder verbessern können.

Ich erzählte ihr von meiner Weinparty und wir beschlossen schnell, ein Datum für eine Sommer-Gartenparty in diesem Sinne festzuhalten. Zum Glück lachte an jenem Tag die Sonne vom Himmel für uns. Mit 15 verschiedenen Weinen – manche waren Reste von anderen Events, andere netterweise von befreundeten Weinherstellern gespendet – und einigen delikaten Speisen, gesponsert von Florian von Flo and Co, eines der Mitglieder des Vorstands der Sticky Fingers Family Foundation (ihr wohltätiger Verein) war der Abend eine wahre Freude für Liebhaber von gutem Essen und Wein. Abgesehen von einer offenen Weinbar, hielten wir auch eine Wohltätigkeitsauktion ab, für ein paar besondere Flaschen aus meinem Keller. Bei dem Event kamen über 2500 Euro zusammen. Ein fantastisches Ergebnis. Am 28. Februar 2019, dem Welttag der seltenen Erkrankungen, werde ich Carrie helfen, etwas ganz Besonderes zu organisieren, jenes Event war erst der Anfang!

Was Wohltätigkeitsorganisationen weiter weg betrifft, so arbeite ich auch mit der deutschen Abteilung von Simply Smiles, einer Wohltätigkeitsorganisation, die sich der Aufgabe widmet, den Kindern von Oaxaca, einer der ärmsten Regionen Mexikos, eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Ihre Gründerin und ich trafen uns, als unsere Kinder denselben Kindergarten besuchten, und wurden schnell Freunde. Ich erwähnte ihr gegenüber, dass ich die Weine, die ich hatte, einem guten Nutzen zuführen wollte, aus Respekt vor der Leidenschaft und Hingabe, welche die Produzenten in ihre Entstehung stecken, und möchte, dass sie genossen werden, während sie am besten sind. Am 6. Juli gab ich eine Charity Weinparty als Teil ihres jährlichen Fundraising-Events, die mit …. Euro abschloss. Dieses Geld wird genutzt werden, um ein neues Kinderheim zu bauen und Kindern eine bessere Zukunft zu geben.

Nach diesen Events bin ich glücklich, sagen zu können, dass mein Keller leer und mein Herz voll ist. Es gibt nichts Erfüllenderes, als die privilegierte Position, in der ich mich selbst finde, zu nutzen, um einen Unterschied im Leben von Menschen zu machen – ohne, dass ich in einem dummen Anzug einen Marathon laufen muss…

Wenn Sie irgendeines meiner Fundraising-Events unterstützen möchten, nehmen Sie bitte Kontakt zu mir auf unter faye@fayecardwell.com

Wine 2 Wine

It was a cold evening in January 2014 in Munich when Marc Roisin and I closed the doors on the second, and what would be the last, edition of the Wine Business Innovation Summit: an event that brought together wine producers, distributors, bloggers, innovators and entrepreneurs in a cosy setting to network and exchange ideas on the future of the wine business. WBIS had started attracting attention – notably that of Stevie Kim, managing director of Vinitaly International.

For us, lack of sponsorship – and time – signed the end, but it was the start of something else. Later that same year Wine2Wine was launched in Verona bringing together – on a much larger scale – wine producers, entrepreneurs, influencers, press and to listen to discussions on issues that are changing our business.

Three years later and I finally made it to Verona for the fourth edition. A new format: 30 minute sessions within one larger theme, reduced time lost between sessions and allowed efficient speakers to really shine. Institutional moments, speaker’s corner sessions (similar to Vinocamp), ensured there was a good balance between the politics and the community.

Felicity Carter gave a very concise presentation about how the problems linked to concentrated city tourism is forcing a need for out of town attractions and how wine can answer that. Examples of cooperation between wineries and local businesses and services were reminiscent of the ambitious and unfortunately failed project of Illasi Valleys I was involved in many years ago. Proof that finding the right people to lead them is as important as finding the people to share the idea.

Millenials were, as always, the hot topic – a segment of the population that now accounts for 40% of sales in the US, this generation of personalized, unique experiences that they can rave about – and don’t have to think too much about.

Robert Joseph, the “Wine Thinker” gave a thoroughly entertaining presentation on the morning of day 2 – complete with explosion sounds effects – expressing elements that he sees are likely to change in the wine business including product formats, distribution channels and appellations. Bring in cans, blends, shopping direct from phones and the business looks a lot different form the traditional wine shop. There was also talk of how Australian wineries have cottoned on to putting wines in boxes to facilitate the Chinese gift-giving custom – much like traditional Champagne houses. I’d love to see more Amarone’s in boxes – especially at Christmas.

Sarah Abbott, passionate pro-European, gave a very reassuring seminar on the Brexit situation opening with a quip “we need a drink more than ever!”. A topic that has left the UK beyond divided, her message was that the UK wine and spirits trade association WSTA, is working diligently with high-profile figures in the wine business, politicians and law-makers, to ensure that the industry will continue to get a good deal. The government’s recent move to freeze taxes on alcohol, the first in many years, was an indication of the acknowledgment of the trade’s importance. What will happen by March 2019, no-one knows but it won’t be left to chance.

The sessions and lessons on China proved more food for thought. Ian Ford, founder of the Chinese importer Summergate gave his session on where the Italians are going wrong – adaptable lessons for many markets. His main message was “get out of your comfort zone” and understand that the Chinese are a different population with different customs and cultures, and work with them.

Excellent organisation, time-keeping, availability of presentations after the event : anyone would think this was more Prowein than Vinitaly. Two packed days of different perspectives and know-how, not to mention networking left me a lot to consider. One thing I’m sure of though – I’ll be back to Wine 2 Wine in 2018….

 

 

 

 

 

6th March – Piedmont – Tradition Today….

Sixth March 2017 will mark not only my 4th Anniversary of living in Munich, but also my first full trade event in my new hometown.

Das Piemont: Tradition im Heute

Ten wineries, most of which are not available yet on the German market, will come to Eataly for a walk-around tasting as well as two seminars highlighting the prestigious appellations Barolo, Barbaresco and Roero.

The walk-around tasting will include not only more than 20 Barolo and Barbaresco wines, traditional Vermouths, the rediscovered King of Piedmont white wine Nascetta, smooth Barberas from 2009 to the latest vintage and great value for money Roeros.

The wineries include : Alessandro Rivetti, Bava, Cantine Stroppiana, Giacomo Vico, Giulio Cocchi Spumanti, Malabaila di Canale, Michele Taliano, Veglio Michelino & Figli, Vigneti Luigi Oddero & Figli.

Programme for the day:

Press and trade tasting from 2pm to 5pm

Seminars:

2pm Barolo V Barbaresco

4pm Classic & Aged wines

More info and tickets can be found on: Eventbrite